Provinzkustodie Österreich-Schweiz
Provinzkustodie Österreich-Schweiz

Die Adelsfamilie Breuner hatte schon seit länger Zeit eine gute und enge Beziehung zu den Minoriten, als sie diese im Jahre 1624 nach Asparn rief. So kam es, dass aus der Familie Breuner selbst Minoriten entstammten (z.B. P. Ulrich Graf von Breuner, der Provinzvikar war).
Seifried Freiherr von Breuner, der Vater des Stifters unseres Konventes, hatte unseren Orden in Padua kennen und schätzen gelernt. Dadurch ist es verständlich, dass die Breuners sich in ihrem Bestreben der Erneuerung der katholischen Kirche an die Minoriten wandten. Der Freiherr Breuner führt als Hauptgrund für die Errichtung des Klosters an :

„…weil sonderlich dieser Orden im Viertel unter dem Manhartsberg ein gestiftetes Kloster mit Einkommen nit hat, auch die meisten umliegenden Pfarren bey der vorübergegangenen Rebellion und Kriegsunruhen runirt und verödet und theils mit sektischen Prädicanten vermischt, daher unzweiflich zu hoffen, daß durch dieses Gott dem Allmächtigen sehr annehmlich Werk denen armen Verführten für lange Zeit im Irrthum des Glaubens gestellten Seelen für ein großer Nutzen mit der Patrum Lehr. Predigten und Unterweisungen geschaffen werden kann“.

Seine Absicht ist klar : Durch die Stiftung eines Kloster möglichst schnell seine Untertanen zur katholischen Kirche zurückzuführen.

So wendet sich Seifried Christoph Graf Breuner im Jahre 1623 an den bischöflichen Uffizial in Wien Carl von Kirchberg, um die Erlaubnis für die Errichtung des Klosters zu erhalten. Fast wäre dies nicht gewährt worden, weil Graf Breuner dem Kloster seine Patronats-pfarren Asparn und Grafensulz vereint übergeben wollte (Eine Patronatspfarre war eine Kirche, die von einem Adeligen auf seinem Grund und Boden Besitz gestiftet wurde und für die er zu sorgen verpflichtet war. Doch hatte er natürlich auch viele Recht, wie das Präsentationsrecht des Seelsorgers oder bei Vakanz die Einkünfte für sich zu beanspruchen !).

Diese Absicht wurde von Seiten der Kirchenleitung abgelehnt, da die Pfarren zu weiter auseinander lagen und eine Betreuung der Gläubigen nicht gewährleistet gewesen wäre. Der Vorschlag lautete, Breuner solle die Stiftung selbst finanzieren und die Pfarren unangetastet lassen.

In diesem Sinne fällte der Bischof am 10.2.1624 die Entscheidung, der Stiftung des Klosters zuzustimmen. Doch Breuner ließ nicht locker : Er wollte die zwei Pfarren Asparn und Grafensulz dem Kloster inkorporiert wissen und wandte sich deshalb direkt an Kaiser Ferdinand. Doch dieser Schritt, obwohl er Erfolg haben sollte, verzögerte alles.

Nichtsdestotrotz berief Graf Breuner drei Minoriten nach Asparn, die am 24.4.1624 nach Asparn kamen. An der Spitze stand P. Dr. Clemens Widmer und noch am ersten Tag hielt P. Anton Gründinger seine erste Predigt. Dieser Tag gilt auch als Pfarrübergabe (siehe Taufmatrikenbuch !). Der vorhergehende Pfarrer, Georg Feinnagl, resignierte auf die Pfarre, was in einem Vertrag mit den Minoriten besiegelt wurde. Im gleichen Jahr errichteten die Minoriten ein Noviziat in Asparn und schon im Jahr 1625 legten drei Novizen ihre Profess ab.

Im Jahr 1627 wurde der Grundstein für das Kloster gelegt (auf dem ehemaligen Krautgarten neben der Pfarrkirche) und wurde ein Jahr später vollendet.

Schließlich erfüllte sich der Wunsch des Grafen und die Pfarren Asparn und Grafensulz wurden mit Einwillungen des Generalministers der Minoriten und des Papstes Urban VIII am 27.1.1629 dem Minoritenorden inkorporiert. Die Urkunde wurde erst am 18.2.1630 in Wien ausgefertigt. Der Stiftungsbrief mit den Verpflichtungen für die Minoriten, die Pfarren zu betreuen und eine bestimmte Anzahl an Brüdern (soweit möglich) vor Ort für die Seelsorge zu haben, datiert mit 20. Oktober 1632.

Unser Stifter starb am 22. November 1651 in Wien und wurde in der Pfarrkirche unter dem Hauptaltar in einem Minoritenhabit begraben.

Das Kloster erlebte in den darauffolgenden Jahren eine große Blütezeit und betreute auch die Pfarre Staatz mit. Im Kloster wurden auch Provinzkapitel abgehalten und der erste Minorit des Klosters, P. Clemens Widmer, wurde auch der erste Provinzial der österreichischen Minoritenprovinz, die 1625 das Recht wieder erhielt, ihren Provinzial frei zu wählen !

Im Jahr 1740 brach ein großes Feuer im Ort aus, auch das Kloster wurde ein Raub der Flammen. Am 10. Juni 1745 wurde mit dem Bau des heutigen Klosters begonnen. 1785 bestätigt die Chronik die Anwesenheit von 10 Priestern im Kloster und weitere drei außerhalb des Klosters in den Pfarren Ameis, Grafensulz und Wenzersdorf.

Vieles hat das Kloster erlebt, nicht nur schöne und erfolgreiche Zeiten, sondern auch sehr schwierige, wie die Zeit der beiden Weltkriege.

Was die Zukunft bringen wird, wissen wir alle mit einander nicht : Doch wir hoffen, dass wir auch in den nächsten Jahrzehnten gemeinsam mit den Pfarrangehörigen und der Ortsbevölkerung viele schöne Momente gemeinsam erleben dürfen und der Glaube weitergeschenkt wird. Und wer weiß, was über uns eines Tages geschrieben wird.