Buchpatenschaften
Das Franziskanerkloster Freiburg sucht Paten und Patinnen, die die Konservierung und Restaurierung der Bücher in der Alten Bibliothek des Klosters unterstützen. Die Beiträge werden von der Stiftung für die Renovation und den Unterhalt des Franziskanerklosters Freiburg verwaltet und sind steuerlich absetzbar. Die Namen der Stifter und Stifterinnen werden im Band verzeichnet.
Einzahlung bitte auf das Konto der (gemeinnützigen) Stiftung des Franziskanerklosters, Freiburger Kantonalbank
IBAN CH49 0076 8300 1275 1770 9 mit Vermerk des unterstützten Bandes.
Namen und Adresse für die Verdankung und Spendenbescheinigung bitte nicht vergessen.
Beispiel einer Buchpatenschaft-Restaurierung: Die Inkunabel Q 161
Johannes Chrysostomus: De Compunctione Cordis; (Pseudo-)Augustinus: De Contritione cordis. Gedruckt in Basel bei Michael Furter, circa 1500.
Ehemals im Besitz von Guardian Jean Joly; Ganzledereinband mit Holzdeckeln aus der Werkstatt des Rolet Stoss im Franziskanerkloster.
Der Band beinhaltet eine aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzte Abhandlung des Kirchenvaters Johannes Chrysostomos († 407), gefolgt von einer dem Heiligen Augustinus zugeschriebenen Schrift. Das Buch zeugt vom Interesse des Guardians Jean Joly für die Schriften der Kirchenväter und ist ein interessantes Zeugnis humanistischer Bildung im Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit.
Schmutz und Staub begünstigen die bio-organische Degradation überwiegend in der Form von Schimmel. Die Trockenreinigung steigert die Langlebigkeit des Bandes. Die Sicherung von Rissen und Fehlstellen im Buchblock beugt dem Fortschreiten dieser mechanischen Schäden vor.
Der Einband bedurfte grösserer Aufmerksamkeit:
Das äussert fragile historische Signaturschild wird mit einem Facing abgenommen, mit farblich angeglichenem Japanpapier doubliert und an der originalen Stelle wieder angebracht.
Das komplett verlorene untere Kapital wird nachgestochen, wodurch die mechanische Verbindung von Buchblock und Einband gefestigt wird.
Die Holzdeckel sind von Wurmfrass betroffen, eine Ecke des Vorderdeckels ist abgebrochen.
Um die Scharnierfunktion am Kopf wiederherzustellen, wird die Fehlstelle mit einer geschnitzten Pappergänzung und Cellulose-Kitt aufgefüllt.
Der Rücken wird nur partiell ergänzt, da das zu erhaltende historische Signaturschild erst nach dem Verlust dieses Bereichs des Rückens angebracht wurde und der Rücken auch so ausreichend Stabilität hat für das kleine Format des Bandes.
Die offenliegende Heftung wird durch einen Umschlag aus archivgerechter Kunststofffolie geschützt.
Materialität und Bearbeitung des Bandes werden dokumentiert in Wort und Bild.
Gelagert wird der Band fortan in einer massgefertigten Box. Der Name der Buchpaten wird eigens vermerkt.
Wir bedanken uns herzlich bei der Forlen Stiftung in Basel für ihre wertvolle Unterstützung.